Interkommunale Wiki! PDF Drucken E-Mail

Die Lösung für eine effiziente Einbindung der Bürger vor Ort ist eine Wiki. Die Enzyklopädie Wikipedia kennt mittlerweile fast jeder. Aber wie soll hier sinnvolle Bürgerbeteilung stattfinden?  Es gibt einige Versuche, in denen auf Basis eines speziell angepassten Wikis den Bürgern eine Möglichkeit geboten wird, sich über das kommunalpolitische Geschehen zu Informieren und mit zu diskutieren. Die Resonanzen auf diese Systeme sind sehr positiv und das Interesse für die Politik vor Ort wurde deutlich gesteigert.

 
 
 
  • Struktur
  • Wer darf was?
  • Interkommunal
  • Zugang
  • Kompliziert?

Struktur

Die Struktur einer solchen Wiki besteht aus vier Teilen. Der erste Teil sind feste Beiträge, in denen die Anträge im Gemeinderat online gestellt werden. Der zweite Teil sind eigene Ideen der Bürger, die sie in Beiträgen veröffentlichen können. Hier können Ideen und Vorschläge zur Veränderung der Stadt stehen. Der dritte Teil ist die Möglichkeit alle Beiträge zu diskutieren. Hier wird kein Artikel verändert, sondern die Benutzer können ihre Meinung zu einem vorhaben – vom Gemeinderat oder Privatpersonen - sagen. Der vierte Teil ist die Erklärung spezifischer Begriffe. Jeder Begriff, der nicht jedem bekannt ist sollte erklärt werden. Wie bei Wikipedia sollen diese Begriffe dann verlinkt und in einem neuen Beitrag erklärt werden. Die Erklärung stammt von den Benutzern, und welche Wörter erklärt werden legen die Benutzer fest.

Wer darf was?

Natürlich ist es klar, dass Anträge aus dem Gemeinderat nur diskutiert werden können, und nicht jeder Benutzer die Möglichkeit hat die Anträge um zu schreiben. Das gleiche gilt für Ideen von Benutzern, allerdings soll es die Möglichkeit geben, auf ähnliche Ideen unterhalb des Artikels direkt zu verweisen. Diskutieren darf natürlich jeder Benutzer und es gibt keine Einschränkungen. Genauso darf jeder Benutzer Begriffserklärungen in allen Beiträgen verlinken und auch erklären. Die Erklärungen dürfen ebenfalls von anderen Benutzern bearbeitet, ergänzt, und schwierige Worte in der Erklärung verlinkt werden – wie bei Wikipedia. Zudem gibt es noch die Möglichkeit, veränderbare Beiträge in Streitfällen einzelner Benutzer, einzufrieren bzw. beide alternative Beiträge anzuzeigen.

Interkommunal

Natürlich gibt es auch Probleme die nicht nur eine Kommune betreffen. Hierfür fordern wir, dass alle Kommunen, die ein Thema betrifft, an diesem mit diskutieren dürfen, und zwar gemeinsam. Dadurch kann eine sinnvolle Einigung gefunden werden, in der die Interessen aller Städte vertreten sind. Das geht natürlich nur, wenn die betreffenden Gemeinden ein Wikisystem benutzen oder eben, indem man den Bürgern aus den benachbarten Städten ebenfalls einen beschränkten Zugang zum eigenen System ermöglicht. Dadurch entstehen nur zusätzliche Kosten bei der Zugangserstellung, die jedoch sehr gering bleiben. Diese Kosten sind eine sinnvolle Konfliktlösung zwischen den Städten auf jeden Fall wert.

Zugang

Den Zugang zum System erhalten alle Bürger einer Stadt, nachdem sie sich im Rathaus dafür registriert haben. Ebenso ist jeder Beitrag gekennzeichnet, von wem er kommt, so dass für die Bürger transparent ist, wer für welche Inhalte steht. Da zum Zugang zu diesem System ein Computer mit Internetzugang benötigt wird, muss die Stadt öffentliche, kostenfreie Computer für die Nutzung des Wikis anbieten. Zudem muss jedem Bürger ermöglicht werden einen privaten Internetzugang und einen Computer zu haben. Deshalb fordern wir den flächendeckenden Ausbau einer kommunalen W-LAN Struktur, die den Bürgern in der gesamten Stadt einen kostenlosen, in der Geschwindigkeit begrenzten (ca. 2 Mbit) Zugang zum Internet ermöglicht. Durch viele kleine Funkzellen kann die Sendeleistung niedrig gehalten werden.

Kompliziert?

Kompliziert ist das ganze schon, allerdings nur für die Programmierer und nicht für die Benutzer. Die Benutzer müssen hierfür nicht Programmieren können, das einzige was sie brauchen ist ein Zugang zum Wiki und die Fähigkeit zu schreiben. Alle Formatierungen können direkt auf der Webseite vorgenommen werden und sind ähnlich aufgebaut wie in den gängigen Textverarbeitungsprogrammen. Weitere Kenntnisse werden nicht gebraucht. Die ganze Webseite ist intuitiv zu bedienen, zudem gibt es einige Hilfestellungen, die beim erstellen der Beiträge helfen können. Das ganze System Moderiert, so dass Beiträge an die richtige Stelle verschoben werden können und keine rechtswidrigen oder beleidigenden Inhalte vorhanden sind.